TIERE IM GARTEN – So machst Du Deinen Garten winterfest für Igel, Vögel & Co.
Warum Laubhaufen Lebensretter sind, Zieräpfel zur Speisekammer werden und ein bisschen Unordnung im Garten manchmal das Beste ist, was wir tun können.
Im Herbst überkommt uns Gartenmenschen ja gerne ein gewisser Aufräumdrang. Die letzten Stauden werden zurückgeschnitten, das Laub zusammengerecht, die Beete ordentlich gemacht. Schließlich möchte man seinen Garten doch anständig in den Winter schicken.
Während wir mit Rechen und Gartenschere durch die Beete ziehen, bereiten sich dort gerade unzählige kleine Gartenbewohner auf die kalte Jahreszeit vor. Igel suchen ein Winterquartier, Eichhörnchen verstecken ihre Vorräte, Wildbienen brauchen geschützte Verstecke und Vögel freuen sich über die letzten Samenstände, Beeren und Früchte.
Und da kommt unser herbstlicher Aufräumdrang nicht gerade zur richtigen Zeit.
Dabei ist es gar nicht schwer, seinen Garten im Herbst tierfreundlich zu gestalten. Im Gegenteil: Oft ist weniger tun tatsächlich mehr.
Ich zeige Dir, wie Du Deinen Tieren im Garten – Igeln, Vögeln, Eichhörnchen und Insekten – durch Herbst und Winter hilfst, worauf Du achten solltest und warum ein Garten, der nicht bis auf den letzten Halm aufgeräumt ist, voller Leben steckt.
SO HILFST DU TIEREN IM GARTEN ZU ÜBERWINTERN
INHALT
1. IGEL IM HERBST: GEMÜTLICHES WINTERQUARTIER GESUCHT
Es gibt kaum einen Gartenbewohner, der so viele Sympathiepunkte sammelt wie der Igel. Mit seiner kleinen Schnüffelnase, dem etwas tapsigen Gang und seinem ausgesprochen gesunden Appetit auf allerlei Krabbelgetier ist er ein gern gesehener Gast.
Im Herbst hat unser stacheliger Freund allerdings einiges zu tun. Er muss sich genügend Fettreserven anfressen und einen geeigneten Platz für seinen Winterschlaf finden.
Je nach Witterung ziehen sich Igel meist zwischen Oktober und November in ihre Winterquartiere zurück. Jungtiere können auch deutlich später noch unterwegs sein.
EIN LAUBHAUFEN IST MANCHMAL DAS SCHÖNSTE WINTERHOTEL
Was für uns nach Gartenabfall aussieht, kann für einen Igel ein wunderbares Winterquartier sein.
Ein geschützter Laub- und Reisighaufen unter einer Hecke, hinter dem Gartenhäuschen oder in einer ruhigen Gartenecke bietet Schutz vor Wind, Regen und Kälte.
So kannst Du helfen:
- Häufe trockenes Laub und Reisig an einer geschützten, möglichst trockenen Stelle auf.
- Lass Laub unter Hecken und Sträuchern liegen.
- Sorge dafür, dass Igel zwischen den Gärten wandern können. Eine Öffnung von etwa 13 × 13 cm im Zaun reicht häufig aus.
- Kontrolliere Laub-, Reisig- und Komposthaufen vorsichtig, bevor Du sie umsetzt.
- Verzichte auf Laubsauger und Mähroboter, besonders in der Dämmerung und nachts.
Mein Tipp: Wenn Du einen geeigneten Platz hast, kannst Du zusätzlich ein Igelhaus aufstellen. Wichtig sind ein trockener Standort, eine geschützte Lage und geeignetes Nistmaterial wie trockenes Laub. Einmal bezogen, sollte das Häuschen unbedingt in Ruhe gelassen werden.
SOLL MAN IGEL IM HERBST FÜTTERN?
🦔 Ein Igel kommt zum Abendessen auf meiner Terasse. 🦔
Grundsätzlich finden Igel ihre natürliche Nahrung in einem lebendigen Garten: Käfer, Raupen, Larven und Regenwürmer stehen auf ihrem Speiseplan. Je naturnäher Dein Garten gestaltet ist, desto besser ist also auch der Tisch gedeckt.
In bestimmten Situationen kann eine zusätzliche Fütterung sinnvoll sein, beispielsweise bei spät im Jahr noch aktiven, untergewichtigen Jungigeln oder wenn das natürliche Nahrungsangebot knapp wird. Am besten lässt Du Dich bei auffälligen Tieren von einer Igelstation beraten.
Geeignet ist hochwertiges, fleischreiches Katzen-Nassfutter ohne Soße oder Gelee. Auch frisches Wasser solltest Du bereitstellen.
Was Igel nicht bekommen sollten:
- Milch – sie vertragen den Milchzucker nicht.
- Brot, Obst oder Nüsse – Igel sind Insektenfresser.
- Gewürzte Speisereste oder Süßigkeiten.
Eine Futterstelle sollte sauber gehalten und so eingerichtet werden, dass möglichst keine anderen Tiere mitfressen.
Wichtig: Nicht jeder Igel, der im Herbst unterwegs ist, braucht Hilfe. Ein gesunder, nachtaktiver Igel darf ruhig seiner Wege ziehen. Wirkt er jedoch apathisch, verletzt, stark abgemagert oder ist er bei Frost auffällig tagsüber unterwegs, solltest Du eine fachkundige Igelstation oder einen igelkundigen Tierarzt kontaktieren. Bitte nicht einfach auf eigene Faust überwintern.
2. VÖGEL IM HERBST: JETZT WIRD DER TISCH GEDECKT
Wenn ich morgens mit meinem Kaffee im Garten stehe und die Amseln durch die Zweige turnen sehe, denke ich jedes Mal: Was wäre ein Garten ohne Vögel?
Gerade im Herbst können wir ihnen wunderbar helfen. Denn während viele Zugvögel längst in wärmere Gefilde aufgebrochen sind, bleiben Amseln, Rotkehlchen, Meisen, Spatzen und viele andere das ganze Jahr bei uns.
Und für sie wird die Nahrungssuche mit sinkenden Temperaturen zunehmend anspruchsvoller.
ZIERÄPFEL, HAGEBUTTEN UND BEEREN: DIE NATÜRLICHE SPEISEKAMMER FÜR TIERE IM GARTEN
Eine meiner liebsten Möglichkeiten, Vögeln durch Herbst und Winter zu helfen, ist die einfachste überhaupt: Wir pflanzen ihre Nahrung direkt in den Garten.
Allen voran Zieräpfel. Ich finde ja, dass es kaum etwas Schöneres gibt als einen Zierapfelbaum, dessen kleine Früchte im Herbst in Rot, Orange oder Gelb leuchten. Und wenn die Blätter längst gefallen sind, hängen die Äpfelchen oft noch immer an den Zweigen. Ganz besonders liebe ich meinen Red Sentinel und den Pomzai.
Was für uns ein wunderschöner Anblick ist, wird für viele Vögel zur willkommenen Mahlzeit. Besonders Amseln und andere Drosseln bedienen sich gerne an den Früchten, häufig erst im späteren Herbst oder Winter, wenn andere Nahrungsquellen knapper werden und die Äpfel weicher geworden sind.
Auch Hagebutten gehören für mich unbedingt in einen tierfreundlichen Garten. Die Früchte unserer Wildrosen sind nicht nur wunderschön, sondern bieten verschiedenen Vogelarten Nahrung. Besonders Drosseln und andere fruchtfressende Vögel profitieren davon.
Deshalb: Bitte nicht alle Hagebutten für die Herbstdekoration abschneiden!
Weitere wertvolle Gehölze sind:
-
Weißdorn: Seine roten Früchte werden von verschiedenen Vogelarten gefressen. Gleichzeitig bietet das dichte, dornige Geäst Schutz und Nistmöglichkeiten.
-
Eberesche (Vogelbeere): Ihre leuchtend orangefarbenen Früchte sind besonders bei Drosseln und anderen Beerenfressern beliebt.
-
Holunder: Die dunklen Beeren sind im Spätsommer und Herbst eine wichtige Nahrungsquelle, auch für durchziehende Vögel.
-
Schlehe: Ihre dunkelblauen Früchte bleiben oft lange hängen und bieten Nahrung bis in die kalte Jahreszeit.
- Wildrosen: Neben den Hagebutten bieten ihre Blüten im Sommer Nahrung für Insekten und das dichte Geäst geschützte Plätze.
Und das Schönste daran? All diese Gehölze passen wunderbar in einen romantischen Cottage Garten.
VERBLÜHTE STAUDEN SIND WERTVOLLE FUTTERQUELLEN
Bevor Du jetzt beherzt zur Gartenschere greifst, schau Dir Deine verblühten Stauden noch einmal genauer an. Die Samenstände vieler Pflanzen sind nämlich natürliche Futterspender.
Besonders wertvoll sind beispielsweise:
-
Sonnenblumen: Ihre Samen sind bei vielen Körnerfressern beliebt.
-
Sonnenhut (Echinacea): Die markanten Samenstände können Vögeln im Winter Nahrung bieten.
-
Karden: Ihre Samen werden besonders gerne von Stieglitzen gefressen.
- Disteln: Eine wunderbare natürliche Futterquelle für verschiedene Finkenarten.
Und ganz nebenbei sehen die trockenen Samenstände wunderschön aus, besonders wenn sich morgens der Raureif darauflegt.
Ein bisschen Winterpoesie, ganz ohne unser Zutun.
VOGELFÜTTERUNG: WORAUF KOMMT ES AN?
Vögel können grundsätzlich ganzjährig gefüttert werden. Besonders gut lässt sich das Futterangebot im Herbst aufbauen, wenn man sich an die regelmäßigen Besucher im Garten gewöhnen möchte.
Wichtig ist vor allem das richtige Futter und eine hygienische Futterstelle.
Sonnenblumenkerne sind ein guter Allrounder für viele Arten. Körnermischungen eignen sich für Finken und Sperlinge, während Meisen auch energiereiches Fettfutter gerne annehmen. Amseln und Rotkehlchen bevorzugen häufig weicheres Futter, beispielsweise ungeschwefelte Rosinen oder geeignetes Weichfutter.
Achte bei der Fütterung auf Folgendes:
- Verwende möglichst Futterspender, bei denen die Vögel nicht im Futter herumlaufen und es verschmutzen.
- Reinige Futterstellen regelmäßig und entferne feuchtes oder verdorbenes Futter.
- Stelle das Futter katzensicher und übersichtlich auf.
- Vermeide Netze um Meisenknödel, in denen sich Tiere verfangen können.
- Biete zusätzlich eine flache Schale mit frischem Wasser an.
3. EICHHÖRNCHEN IM HERBST: KLEINE VORRATSMEISTER AUF VIER PFOTEN
Wer im Herbst ein Eichhörnchen beobachtet, könnte meinen, es hätte einen ausgesprochen vollen Terminkalender.
Da wird über Äste geturnt, im Laub gebuddelt, eine Haselnuss vergraben, die nächste wieder ausgegraben und zwischendurch mit hoch erhobenem Schwanz durch den Garten geflitzt.
Und tatsächlich haben Eichhörnchen im Herbst alle Pfoten voll zu tun.
Anders als Igel halten sie keinen Winterschlaf, sondern Winterruhe. Sie bleiben in ihren kugelförmigen Nestern, den sogenannten Kobeln, und verlassen diese immer wieder, um Nahrung zu suchen.
Dafür legen sie im Herbst zahlreiche Vorratsverstecke an.
HASELNÜSSE, WALNÜSSE UND EIN BISSCHEN UNTERSTÜTZUNG
Eichhörnchen ernähren sich unter anderem von Nüssen, Samen, Knospen, Früchten und Pilzen.
Besonders wertvoll sind deshalb Gehölze wie Haselnusssträucher, Walnussbäume, Buchen und geeignete Nadelbäume, deren Samen sie fressen.
Wer ausreichend Platz hat, kann mit solchen Pflanzen langfristig viel für Eichhörnchen tun.
Auch eine zusätzliche Futterstelle kann sinnvoll sein, vor allem in strukturarmen Gärten oder während längerer Frostperioden.
Geeignet sind beispielsweise:
- Haselnüsse und Walnüsse, am besten in der Schale.
- Ungesalzene, naturbelassene Nüsse.
- Sonnenblumenkerne als Ergänzung.
Gesalzene, gewürzte oder geröstete Nüsse gehören dagegen nicht auf den Speiseplan. Auch Erdnüsse sind als Hauptfutter keine gute Wahl.
Mein Tipp: Wenn Du Eichhörnchen füttern möchtest, verwende am besten einen speziellen Futterkasten, der etwas erhöht und katzensicher angebracht wird. Und vergiss das Wasser nicht!
BAUMATERIAL FÜR DEN KOBEL
Du kannst Eichhörnchen übrigens auch beim Nestbau unterstützen. Ihre Nester, die sogenannten Kobel, bauen sie aus kleinen Zweigen und polstern sie mit weichen Naturmaterialien aus.
Besonders gut eignen sich trockenes Moos, weiche Gräser, Laub, feine Zweige und unbehandelte, für Tiere geeignete Holzwolle. Lass diese Materialien in einer geschützten Gartenecke liegen oder biete sie an einem trockenen, erhöhten Platz an. Die kleinen Baumeister bedienen sich dann ganz nach Bedarf.
Auf Stoffreste oder lose Schafwolle würde ich dagegen verzichten, denn darin können sich die Tiere und vor allem ihre Jungen verheddern.
EIN SICHERER GARTEN FÜR EICHHÖRNCHEN
Eichhörnchen sind hervorragende Kletterer, aber auch sie brauchen geschützte Lebensräume.
Große Bäume, dichte Sträucher und miteinander verbundene Gehölze helfen ihnen, sich sicher fortzubewegen und geeignete Nistplätze zu finden.
Ihre Kobel bauen sie meist hoch oben in Bäumen aus Zweigen, Blättern und weichem Pflanzenmaterial.
Wenn Du im Herbst Äste zurückschneidest, achte deshalb darauf, keine besetzten Nester zu beschädigen. Stärkere Gehölzschnitte sollten ohnehin mit Rücksicht auf Tiere und die geltenden Schutzvorschriften erfolgen.
Und falls Du im Frühjahr plötzlich kleine Haselnusspflänzchen an den ungewöhnlichsten Stellen entdeckst: Vielleicht hat da jemand seine Vorratskammer vergessen.
Eichhörnchen finden nämlich längst nicht alle ihre versteckten Nüsse wieder. Und so sorgen sie ganz nebenbei dafür, dass neue Bäume und Sträucher wachsen.
4. INSEKTEN IM HERBST: BITTE NICHT ALLES ABSCHNEIDEN!
Während wir uns im Sommer über summende Hummeln, schillernde Schmetterlinge und emsige Wildbienen freuen, vergessen wir im Herbst gerne, dass diese Tiere irgendwo überwintern müssen.
Und zwar häufig genau dort, wo wir gerade besonders gründlich aufräumen möchten.
Viele Insekten verbringen den Winter als Ei, Larve oder Puppe. Andere überwintern als erwachsene Tiere in geschützten Verstecken.
Dafür brauchen sie Pflanzenstängel, Laub, abgestorbenes Holz, lockere Erde und ungestörte Ecken.
WARUM DU DEINE STAUDEN STEHEN LASSEN SOLLTEST
Ich bin ja ohnehin ein großer Fan davon, Stauden erst im Frühjahr zurückzuschneiden.
Nicht nur, weil ein winterlicher Cottage Garten mit seinen trockenen Blütenständen und Gräsern einen ganz besonderen Zauber hat. Sondern auch, weil wir damit unzähligen kleinen Gartenbewohnern helfen.
In und an Pflanzenstängeln können Insekten oder ihre Entwicklungsstadien überwintern. Andere nutzen die Laubschicht unter den Pflanzen als Schutz.
Besonders wertvoll sind:
- Stehen gelassene Stauden und Gräser.
- Markhaltige und hohle Pflanzenstängel.
- Laubschichten unter Hecken und in Beeten.
- Totholz und abgestorbene Äste.
- Ungestörte, offene Bodenstellen für bodennistende Wildbienen.
Mein Tipp: Lass die Stauden möglichst bis ins Frühjahr stehen. Und selbst dann solltest Du abgeschnittene Stängel nicht sofort entsorgen. Bündele sie locker und lege oder stelle sie an einen geschützten Platz, damit darin lebende Insekten ihre Entwicklung abschließen können.
5. LAUB IM GARTEN: BITTE NICHT ALLES WEGRÄUMEN!
Kaum fallen die ersten Blätter, beginnt in vielen Gärten das große Zusammenrechen.
Dabei ist Herbstlaub eine der wertvollsten Ressourcen, die uns der Garten kostenlos liefert.
Unter einer Laubschicht finden Käfer, Asseln, Spinnen und viele andere Kleintiere Schutz. Auch Schmetterlingspuppen und überwinternde Insekten können davon profitieren.
Und das ist wiederum gut für Igel und Vögel, die sich von diesen kleinen Tieren ernähren.
Laub schützt außerdem den Boden vor starken Temperaturschwankungen, fördert das Bodenleben und wird nach und nach zu wertvollem Humus.
Wohin mit dem Laub?
Auf Rasenflächen solltest Du dicke Laubschichten entfernen, damit das Gar darunter nicht erstickt.
Aber statt das Laub in Säcke zu stopfen, verteile es lieber unter Sträuchern, zwischen Stauden oder auf freien Beetflächen.
Auch ein eigener Laubhaufen in einer ruhigen Gartenecke ist eine wunderbare Idee.
Achte darauf, empfindliche Pflanzen nicht unter einer dicken, dauerhaft nassen Laubschicht zu begraben.
Und falls Du Dich fragst, ob das ordentlich genug aussieht: Ein Cottage Garten darf ruhig zeigen, dass er Teil der Natur ist.
6. TOTHOLZ: EIN KLEINES PARADIES FÜR GARTENBEWOHNER
Ein abgestorbener Ast, ein alter Baumstumpf oder ein Stapel unbehandeltes Holz ist für uns vielleicht nicht besonders spektakulär.
Für viele Tiere dagegen ist es ein ausgesprochen begehrter Lebensraum.
In und an Totholz leben Käfer, Pilze, Asseln und zahlreiche andere Organismen. Wildbienen können vorhandene Fraßgänge in altem Holz als Nistplatz nutzen.
Auch Vögel profitieren, denn wo viele Insekten leben, gibt es reichlich Nahrung.
Du kannst ganz einfach eine kleine Totholzecke anlegen:
Suche Dir einen ruhigen Platz unter einer Hecke oder am Rand des Gartens. Staple einige Äste, Zweige und unbehandelte Holzstücke locker übereinander und lass die Natur den Rest erledigen.
Ein paar Steine und etwas Laub dazwischen schaffen zusätzliche Verstecke.
Das muss übrigens nicht aussehen wie ein vergessener Haufen Gartenabfall. Mit ein bisschen Geschick lässt sich Totholz sogar wunderbar in die Gartengestaltung integrieren.
7. WASSER NICHT VERGESSEN – AUCH IM HERBST UND WINTER
Wenn wir an tierfreundliche Gärten denken, fällt uns meistens zuerst das Futter ein.
Dabei ist Wasser mindestens genauso wichtig.
Vögel benötigen auch in der kalten Jahreszeit Trinkwasser. Und solange Igel noch aktiv sind, freuen sie sich ebenfalls über eine sichere Wasserquelle. Auch Eichhörnchen profitieren von frischem Wasser.
Eine flache, standfeste Schale an einem übersichtlichen Platz reicht oft schon aus.
Wichtig ist, das Wasser regelmäßig zu wechseln und die Schale sauber zu halten.
Bei Frost kannst Du frisches, möglichst nicht heißes Wasser anbieten und vereiste Schalen austauschen. Bitte kein Salz, Frostschutzmittel oder andere Zusätze verwenden.
Ein flacher Stein als Ausstiegshilfe macht Wasserstellen außerdem für kleine Tiere und Insekten sicherer.
8. LICHT AUS, BITTE! WARUM DUNKLE GÄRTEN SO WICHTIG SIND
Ein Thema, das beim tierfreundlichen Gärtnern gerne vergessen wird, ist die Gartenbeleuchtung.
Natürlich sieht ein beleuchteter Garten wunderschön aus. Aber für viele nachtaktive Tiere kann künstliches Licht zum Problem werden.
Nachtfalter und andere Insekten werden von Lichtquellen angezogen und in ihrem natürlichen Verhalten gestört. Auch Fledermäuse und andere nachtaktive Gartenbewohner können darunter leiden.
Deshalb gilt: So viel Licht wie nötig, so wenig wie möglich.
Verwende warmes, nach unten gerichtetes Licht, schalte unnötige Beleuchtung aus und verzichte möglichst auf dauerhaft leuchtende Dekoration.
Gerade im Herbst, wenn die Abende länger werden, können wir unseren tierischen Nachbarn damit einen großen Gefallen tun.
9. JETZT SCHON ANS FRÜHJAHR DENKEN: PFLANZEN FÜR EINEN LEBENDIGEN GARTEN
Ein tierfreundlicher Garten entsteht nicht erst dann, wenn wir im Herbst ein Vogelhäuschen aufstellen.
Die beste Grundlage schaffen wir mit den richtigen Pflanzen.
Je vielfältiger ein Garten bepflanzt ist, desto mehr Nahrung und Lebensraum bietet er über das ganze Jahr.
Und der Herbst ist ein wunderbarer Zeitpunkt, um dafür vorzusorgen.
FRÜHBLÜHER FÜR DIE ERSTEN INSEKTEN
Wenn im zeitigen Frühjahr die ersten Hummelköniginnen unterwegs sind, ist das Nahrungsangebot oft noch überschaubar.
Umso wertvoller sind früh blühende Pflanzen.
Jetzt im Herbst kannst Du beispielsweise folgende Blumenzwiebeln und Knollen pflanzen:
-
Krokusse: Besonders botanische Arten und ungefüllte Sorten liefern früh Nektar und Pollen.
-
Winterlinge: Sie gehören zu den ersten Blüten des Jahres.
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Blausternchen (Scilla): Hübsche, frühe Nahrungsquellen für Bestäuber.
-
Traubenhyazinthen: Ihre Blüten werden im Frühjahr gerne von Insekten besucht.
- Wildtulpen: Viele ungefüllte Arten sind eine schöne Ergänzung für einen naturnahen Garten.
Gerade im Cottage Garten lassen sich diese Frühblüher wunderbar zwischen Stauden und unter Gehölzen verwildern.
Im Frühjahr erscheint dann plötzlich ein kleiner Blütenteppich, der nicht nur uns glücklich macht.
AUCH HEIMISCHE STAUDEN UND GEHÖLZE SIND WICHTIG
Wer langfristig etwas für die Tierwelt tun möchte, sollte möglichst viele unterschiedliche Pflanzen in seinen Garten holen.
Heimische Wildstauden sind für zahlreiche spezialisierte Insekten besonders wertvoll. Ungefüllte Blüten bieten meist leichter zugänglichen Pollen und Nektar als stark gefüllte Züchtungen.
Auch blühende Gehölze, beerentragende Sträucher und eine abwechslungsreiche Struktur aus hohen und niedrigen Pflanzen machen einen großen Unterschied.
Ein lebendiger Garten besteht eben nicht nur aus schönen Blüten. Er bietet Nahrung, Schutz, Nistplätze und Rückzugsorte.
Und zwar zu jeder Jahreszeit.
10. MEINE KLEINE HERBST-CHECKLISTE FÜR EINEN TIERFREUNDLICHEN GARTEN
Du musst nicht Deinen gesamten Garten umgestalten. Schon ein paar kleine Veränderungen können einen großen Unterschied machen.
- Einen geschützten Laub- und Reisighaufen für Igel anlegen.
- Durchgänge für Igel zwischen den Gärten ermöglichen.
- Vogelhäuschen und Futterspender reinigen und vorbereiten.
- Samenstände von Stauden und Gräsern stehen lassen.
- Zieräpfel, Beeren und Hagebutten möglichst hängen lassen.
- Haselnüsse und andere natürliche Nahrung für Eichhörnchen erhalten.
- Eine flache Wasserstelle bereitstellen.
- Eine kleine Totholzecke schaffen.
- Laub unter Sträuchern und auf geeigneten Beeten liegen lassen.
- Frühblüher für die ersten Insekten im Frühjahr pflanzen.
- Unnötige Gartenbeleuchtung ausschalten.
EIN BISSCHEN WENIGER ORDNUNG, EIN BISSCHEN MEHR LEBEN
Vielleicht ist das Schönste an einem tierfreundlichen Herbstgarten, dass wir dafür gar nicht so viel tun müssen.
Wir dürfen die Gartenschere öfter liegen lassen. Das Laub muss nicht überall verschwinden. Die verblühten Stauden dürfen noch ein bisschen bleiben. Und die letzten Zieräpfel und Hagebutten gehören sowieso den Vögeln.
Was für uns manchmal nach Unordnung aussieht, ist für andere ein Zuhause. Und vielleicht ist genau das die beste Ausrede, den Rechen heute einfach mal stehen zu lassen.
Fotos: Janina Laszlo, Kim Lea Adam, My Cottage Garden, Depositphotos