BEETE GESTALTEN – So planst Du ganzjährig schöne Beete
Wenn es ums Beete gestalten geht, ist im Kopf oft Chaos, das Handy voller Screenshots und im Garten: nichts als Erde.
Du siehst diese unglaublichen Blumenbeete auf Instagram und Pinterest, alles blüht gleichzeitig, kein Halm steht schief und dann kommt die Realität um die Ecke: Sonne, Schatten, Boden, Budget… und die Tatsache, dass Pflanzen nun mal wachsen, wie sie wollen.
Die gute Nachricht: Ein stimmiges Beet ist kein Hexenwerk. Es braucht Struktur, die Bereitschaft, mit der Zeit zu planen, nicht nur mit Farben, und ein bisschen Geduld.
Hier kommen 13 Tipps, Anregungen und Ideen, die Dir die Beetplanung leichter machen.
INHALT
MEINE BESTEN TIPPS, DEINE BEETE ZU GESTALTEN
1. STARTE MIT DEINEN WUNSCHPFLANZEN
Bevor Du in Höhen, Blühzeiten und Beetformen denkst, fang bei etwas viel Einfacherem an: bei Deinen Lieblingspflanzen.
Schnapp Dir ein Gartenbuch mit vielen Pflanzenporträts oder stöbere online in guten Pflanzenlisten – und schreib Dir eine Liste mit etwa 10, 20, 30 Pflanzen, die Du wirklich liebst und unbedingt im Garten haben möchtest. Wichtig ist: Um die soll es sich drehen.
Im nächsten Schritt machst Du aus dieser Liste eine kleine Übersicht:
- Schreib zu jeder Pflanze dazu: Sonne, Halbschatten oder Schatten?
- Welchen Boden mag sie: Eher nährstoffreich, durchlässig, lehmig, sandig?
- Vielleicht noch: Wird sie eher hoch, mittelhoch oder niedrig? Das kannst Du im übernächsten Schritt sehr gut nutzen.
- Und wenn Du eh gerade dabei bist, ergänze am besten noch die Blütezeit.
Dann sortierst Du grob:
- Welche Pflanzen mögen ähnliche Bedingungen?
- Was lässt sich gut in einem Beet zusammenpflanzen?
- Hast Du auch Gehölze und Rosen dabei?
- Und vielleicht ein, zwei Immergrüne?
Mach Dir gerne Screenshots von den Pflanzen und schiebe sie im Computer hin und her oder Du druckst sie Dir aus und ordnest sie analog auf dem Tisch.
Ich habe aber eine noch viel einfachere Lösung für Dich: Nutze unseren kostenlosen Beetplaner. Damit stellst Du Deine Lieblingspflanzen zusammen, ordnest sie nach Höhe, Standort und Farben – und siehst auf einen Blick, wann was blüht.
So startest Du mit den Pflanzen, die Du liebst – und baust darum herum Dein Beet. Alles Weitere (Höhen, Wiederholungen, Blühzeiten…) wird dann viel leichter.
2. DENK IN HÖHEN, NICHT NUR IN FARBEN
Wenn Du zuerst in Höhen denkst, ordnet sich vieles wie von selbst. Und trotzdem muss es nicht streng sein: Ein paar hohe Pflanzen dürfen sich ruhig nach vorne mogeln (im Cottage Garten sogar ein Muss!), das macht Dein Beet lebendig und nicht langweilig.
- Welche Pflanzen werden richtig hoch (1,50 m und mehr)?
- Welche sind mittelhoch?
- Welche bleiben niedrig und dürfen den Rand schmücken?
Stell Dir Dein Beet wie ein kleines Theater vor: Hinten die hohen Stauden und Gehölze, in der Mitte die „Hauptdarsteller“, vorne die niedrigen „Statisten“.
Aber: Mach es nicht zu streng.
Es darf natürlich ein Rittersporn, eine Stockrose oder ein Fingerhut auch mal weiter vorne auftauchen. Das wirkt lebendig und so, als wäre alles „von selbst“ gewachsen, nicht mit dem Lineal ausgemessen.
3. NOTIERE DIR DIE BLÜHZEITEN
Ein Beet ist nicht nur für einen einzigen Moment im Jahr da, sondern soll Dich durch viele Monate begleiten. Dein Garten lebt aber von Januar bis Dezember.
Stell Dir diese Fragen:
- Blüht vom frühen Frühling bis zum späten Herbst immer irgendwo etwas?
- Wie sieht das Beet im Winter aus? (Der wird nämlich oft vergessen und kann seeehr lang sein.)
- Gibt es Pflanzen, die zwar „nur“ grün sind oder tolle Strukturen haben?
Schau Dir bei jeder Pflanze an: Wann blüht sie – und wie lange.
Prüfe, ob alle Jahreszeiten abgedeckt sind, wo noch Lücken sind, und ergänze dann.
Ein Beet, das sich im Laufe des Jahres verändert, macht viel mehr Freude als eines, das im Juni explodiert und im August seufzend zusammenbricht.
Das ist unser fantastischer (und komplett kostenloser!) Beetplaner, der Dich dabei unterstützt, Pflanzen harmonisch zu kombinieren und Blühzeiten so zu planen, dass Dein Beet vom Frühling bis in den Herbst begeistert.
4. STANDORT EHRLICH EINSCHÄTZEN
Das klingt banal, ist aber der häufigste Fehler:
- Sonne ist nicht Halbschatten
- Trockener Boden bleibt trocken
- Schatten wird nicht plötzlich sonnig
- Und so weiter.
Natürlich lässt sich da auch ein bisschen tricksen. Man kann sich den Boden zumindest zeitweise „passend“ machen, allerdings bedeutet das immer einen großen Aufwand. Warum also nicht gleich geeignete Pflanzen wählen?
5. WIEDERHOLUNG IST SCHÖNER ALS (ZU VIEL) VIELFALT
Es ist verlockend: In der Gärtnerei, auf Märkten, im Gartencenter oder Onlineshop warten überall wunderschöne Sorten. Einmal alles, bitte.
Das Ergebnis sind oft Beete, die zwar bunt, aber unruhig wirken – wie ein vollgeschaufelter Teller vom Buffet, bei dem man von allem etwas probiert hat, aber so richtig schön sieht es dann eben nicht mehr aus.
Viel schöner fürs Auge: Weniger Sorten, dafür in Gruppen und wiederholt.
Setze lieber 3 – 5 Pflanzen derselben Sorte zusammen, statt sie einzeln zu verteilen.
Lass bestimmte Pflanzen in verschiedenen Beeten wieder auftauchen – z.B. Katzenminze, Storchschnabel oder Frauenmantel. Das verbindet Deinen Garten optisch.
Dein Garten wirkt dadurch ruhiger – auch wenn es ein Cottage Garten mit „strukturiertem Chaos“ bleibt.
6. GROSSE BEETFLÄCHEN BRAUCHEN RUHE
Je größer die Fläche, desto wichtiger ist Ruhe. Und Ruhe entsteht durch:
Wiederholte Pflanzen, klare Gruppen und größere „Flächen“ aus nur einer Sorte.
Gerade auf großen Beeten lohnt es sich, mit größeren Patches zu arbeiten: Eine Wolke aus Frauenmantel, ein Band aus Lavendel, eine Gruppe aus drei gleichen Hortensien – statt 15 verschiedene Stauden im Zickzack.
Und wenn Du das Gefühl hast: „Da fehlt doch noch was“ – warte lieber erst ein Jahr ab. Viele Stauden brauchen Zeit, um sich zu entwickeln. Diese Zeit kannst Du wunderbar mit Einjährigen überbrücken.
7. ERST DAS GERÜST, DANN STARS UND KONFETTI
Ein Beet nur aus Stauden kann wunderschön sein, aber manchmal fehlt dann die Struktur.
Ein Beet nur aus Einjährigen blüht unermüdlich, aber ist nach einem Jahr vorbei.
Die Mischung macht es. Für die Planung hilft Dir eine einfache, aber sehr wirkungsvolle Reihenfolge: Überlege Dir zuerst, welche Pflanzen das Gerüst bilden, welche mittelhoch, welche niedrig sind.
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Gehölze und Sträucher = Gerüst, Struktur, Winterwirkung (z.B. Sträucher, wie Flieder oder Bauernjasmin, aber auch ein Zierapfel, eine Felsenbirne, größere Hortensien und Strauchrosen)
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Hohe Stauden = Highlights und „Stars“ (Fingerhut, Rittersporn, hohe Phloxe, Stockrosen)
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Mittelhohe Stauden = sie füllen das Beet, verbinden Vorder- und Hintergrund miteinander und sorgen dafür, dass zwischen den Höhen keine „Löcher“ entstehen (dazu zählt zum Beispiel Katzenminze, Ziersalbei, Storchschnabel, bestimmte Astern).
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Niedrige Stauden = sie rahmen das Beet und schließen Lücken, wie z.B. Frauenmantel, Polsterphlox oder aber auch Walderdbeeren, die schön als Bodendecker aussehen.
- Einjährige und Füllpflanzen = sie sind das „Konfetti“, das Du in Lücken füllst und jedes Jahr neu dazugibst. Kosmeen, Zinnien, Löwenmäulchen, Kornblumen, aber auch Blumenzwiebeln und Dahlien.
So planst Du:
Erst entscheidest Du, welche Gehölze, also z.B. auch Rosen oder Hortensien, ins Beet sollen. Dann suchst Du passende Stauden dazu.
Und ganz zum Schluss überlegst Du Dir, welche Einjährigen und kleinen Lückenfüller (das kann auch gerne mal Gemüse oder Kräuter wie Strauchbasilikum oder Palmkohl sein) noch dazwischen dürfen.
MEIN TIPP:
Denke auch an Immergrüne oder Pflanzen, die im Winter schöne Struktur haben.
Gehölze & Sträucher (Zierkirsche & Zierquitte)
Hohe Stauden (Phlox & Stockrosen)
Mittelhohe Stauden (Katzenminze, Alchemilla, Storchschnabel, Astern)
Niedrige Stauden (Hornveilchen und Walderdbeeren)
Einjährige & Füllpflanzen (Dahlien, Kosmeen, Tulpen)
Immergrüne (wie zum Beispiel Strauchefeu)
8. PLANE DEIN BEET VON HINTEN NACH VORNE
Jetzt geht es darum, wo die Pflanzen stehen sollen. Erst steht das Gerüst, dann füllst Du mit Stauden auf – und ganz zum Schluss kommen die Einjährigen dazu.
Stell Dich an die Stelle, von der aus Du Dein Beet meistens anschaust:
- Hinten: alles, was Höhe und Struktur gibt – Gehölze, große Sträucher, hohe Strauchrosen, hohe Stauden
- Dazwischen: mittelhohe Stauden und Rosen
- Ganz vorne: die niedrigeren Stauden und Bodendecker.
Einjährige dürfen dann überall dahin, wo noch Lücken sind oder das Beet ein bisschen Auflockerung verträgt. Vielleicht auch eine Duftwicke an einem Obelisken, die dann natürlich auch mittig oder weiter hinten im Beet stehen darf?
MEIN TIPP:
Stell erstmal die Töpfe mit den Pflanzen ungepflanzt ins Beet und schau aus etwas Abstand, wie es wirkt. Töpfe schieben, gucken, umbauen – das ist viel einfacher, als später wieder alles auszugraben.
9. DENK VERTIKAL – OBELISKEN, ROSENBÖGEN & CO.
Beetplanung ist nicht nur eine Frage der horizontalen Flächen, sondern auch der vertikalen Elemente.
Mit ihnen kannst Du:
- Schmale Beete spannender machen
- Blickachsen schaffen
- Gemütliche „Zimmer“ im Garten kreiieren
Schöne Möglichkeiten:
- Obelisken für Duftwicken, Prunkwinden, Strauchrosen oder Klematis
- Rosenbögen, die Wege verbinden
- Rankgitter für Ramblerrosen oder Staudenwicken
- Ein Stück Staketenzaun
Gerade in kleinen Gärten holst Du Dir so viel Wirkung, ohne zusätzliche Quadratmeter zu brauchen.
10. LÜCKEN SIND ERLAUBT
Es ist völlig okay, wenn Dein Beet im ersten Jahr noch ein bisschen „luftig“ wirkt.
Viele Stauden und Gehölze legen erst im zweiten oder dritten Jahr richtig los.
Bis dahin dürfen Lücken:
- Mit Einjährigen gefüllt werden
- Mit bepflanzten Töpfen „gepimpt“ werden, die Du einfach ins Beet stellst
- Oder einfach Platz lassen für Pflanzen, in die Du Dich später spontan verliebst (passiert ja doch immer)
Ich pflanze ja auch viel in Töpfe, weil man sie so wunderbar hin und her bewegen kann: mal ins Beet, mal auf die Terrasse, dann wieder neben die Hängematte.
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11. DENK AN DEN WINTER
Der Juni ist leicht zu planen: Alles wächst, alles sprießt, die Rosen überbieten sich.
Aber: Wie sieht Dein Beet im Winter aus. Unten siehst Du ein Beispiel für dasselbe Beet, einmal im Sommer, einmal im Winter (einfach auf den runden schwarzen Punkt klicken).
Pflanzen wie Ziergräser, Stauden mit schönen Samenständen (z.B. Herbstanemonen, Sonnenhut, Fetthenne, Astern) und Hagebutten an Rosen bringen Struktur, selbst wenn die Blüten längst vorbei sind.
Wenn Du sie im Herbst nicht komplett zurückschneidest, fangen sie Raureif und Schnee ein – und sehen an trüben Tagen spannend aus.
Und ganz nebenbei freuen sich Vögel und Insekten.
Dazu ein paar immergrüne Strukturen – z.B. Buchskugeln (oder buchsähnliche Gehölze), Eiben, Strauch-Efeu oder andere Gehölze – dann sieht Dein Beet auch im Winter nicht aus wie eine abgeerntete Ackerfläche.
12. LASS PLATZ FÜR ÜBERRASCHUNGEN
Ein Cottage Garten lebt davon, dass nicht alles bis ins letzte Detail geplant ist.
Akeleien, die plötzlich an einer anderen Stelle auftauchen. Malven, die sich selbst aussäen und wo Du sie vielleicht nie hingesetzt hättest.
Vergissmeinnicht und Jungfer im Grünen, die kleine Teppiche bilden.
Wenn Du nicht jede Samenkapsel sofort abschneidest, schenkt Dir der Garten jedes Jahr kleine Überraschungen. Lass ihnen ruhig ein bisschen Raum – so entstehen immer wieder neue Bilder, und alles wirkt gleich ein Stück entspannter.
13. EINFACH ANFANGEN!
Beetplanung ist ein großes, lebendiges Puzzle, das sich mit den Jahren immer wieder ein bisschen verändert.
- Du wirst Pflanzen umsetzen.
- Du wirst merken, dass die eine zu groß geworden ist, die andere verschwunden ist.
- Du wirst Neues ausprobieren und manches wieder verwerfen.
Und genau das macht es so schön. Also: Fang einfach an. Der Rest wächst sich zurecht.
Fotos: Janina Laszlo, Andrea Schmutz, My Cottage Garden, Syl Gervais, Phxere