Lektion 1.7: Es ist soweit – Deine Dahlien können raus!
Du bist auf der Zielgeraden! Wir haben den ganzen Winter von diesem Moment geträumt, die Knollen im Keller gehütet, ungeduldig mit den Hufen gescharrt und sie vielleicht schon liebevoll auf der Fensterbank vorgezogen. Jetzt ist die Zeit gekommen: Deine Dahlien dürfen in den nächsten Tagen raus in die Erde.
Achte unbedingt auf Deinen lokalen Wetterbericht, ob noch Frost angekündigt ist!
Damit Deine Lieblinge einen perfekten Start hinlegen, habe ich die Lektion in zwei Teile gegliedert. Wir schauen uns im ersten Teil an, wie Du sie direkt ins Beet pflanzt und in Teil zwei, worauf Du achten musst, wenn Du sie lieber im Topf auf Terrasse oder Balkon wachsen lässt.
TEIL 1: DAHLIEN INS BEET PFLANZEN
1. Der Temperaturcheck & Die Eisheiligen
Zur Erinnerung: Dahlien sind Sonnenanbeterinnen und freuen sich über die sonnigste Stelle in Deinem Garten – Frost verträgt sie nicht!
Warte ab: Die klassische Regel sind die Eisheiligen (Mitte Mai). Erst wenn diese vorbei sind, ist die Gefahr von Nachtfrösten meist gebannt.
Der Wetter-Check: Wenn es stabil aussieht – das heißt, wenn die Temperaturen nachts konstant über 5°C bleiben – dann wage ich es auch schon ein bisschen früher.
Vorsicht bei frischen Trieben: Falls Deine Dahlien schon kleine Triebe zeigen, sei besonders vorsichtig. Diese zarten Triebe erfrieren sofort, wenn das Thermometer doch noch einmal Richtung Nullpunkt wandert. In diesem Fall hilft nur: Abdecken mit Vlies oder, wenn sie in Töpfen sind, geschützt unterstellen.
Lange spargelige Triebe: Sollten aus Deinen Knollen, schon helle, lange Triebe gewachsen sein, einfach abtrennen. Diese sind nicht kräftig genug und Deine Dahlie wird wieder neue bilden.
2. Das perfekte Pflanzloch
Dahlien lieben einen humosen, luftigen Boden. Wenn Du eher schweren Lehmboden hast, arbeite unbedingt etwas Sand mit ein.
Graben: Hebe ein Loch aus, etwa 10 bis 15 cm tief.
Drainage: Ich gebe gerne eine kleine Schicht Sand direkt unter die Knolle. Das schützt sie vor Staunässe und Fäulnis.
Der Stützstab-Trick: Stecke Deinen Stützstab direkt beim Pflanzen mit in das Loch ein. Wenn Du das erst machst, wenn die Dahlie schon groß ist, triffst Du mit dem Stab vielleicht eine Knolle im Boden und verletzt sie.
Der richtige Pflanzabstand
Grundsätzlich rechne ich bei den meisten Dahlien mit etwa 50 – 70 cm Pflanzabstand. Sehr große Sorten dürfen sogar noch etwas mehr Platz haben, kleinere Pompon- oder Ball-Dahlien kommen auch mit weniger aus. Auch hier kann man eigentlich die Hälfte der Höhe als Pflanzabstand rechnen.
3. Knolle setzen & Schneckenschutz
Lege die Knolle so hinein, dass der abgeschnittene Stiel vom Vorjahr (oder das Auge) nach oben schaut.
Nicht zu tief: Decke sie mit Erde zu, aber achte darauf, dass nur ca. 3 bis 5 cm Erde über der Knolle liegen.
Schneckenkragen: Sobald das Loch zu ist, kommt der Schneckenkragen drum. Achte darauf, dass keine benachbarten Pflanzen eine „grüne Brücke“ über den Kragen bauen. Die Schnecken nutzen jedes Blatt als Leiter, um von oben über Deinen Schutzwall zu klettern!
4. Vorgezogene Dahlien auspflanzen
Wenn Du Deine Dahlien schon auf der Fensterbank vorgezogen hast, sehen sie sicherlich etwas anders aus als die nackten Knollen bei mir im Video.
- Abhärten: Wenn Du Deine „Baby-Dahlien“ nach Anleitung abgehärtet hast, sind sie jetzt top vorbereitet für das Leben draußen. Sonne, Wind & Co. ist ihnen bekannt und sie wachsen jetzt flink im Boden weiter.
- Vorsichtiges Umtopfen: Löse den Wurzelballen Deiner vorgezogenen Dahlie vorsichtig aus ihrem Anzuchttopf.
- Das richtige Maß: Buddel ein Loch in Dein Beet, das der Größe Deines Wurzelballens bzw. Topfes entspricht. Die Dahlie sollte ca. so hoch im Boden sitzen, wie Du sie vorher auch im Topf hattest.
GESCHAFFT! – Jetzt heißt es erstmal abwarten.
TEIL 2: DAHLIEN DAUERHAFT IM TOPF PFLANZEN
Du hast kein freies Beet oder möchtest Deine Dahlien lieber direkt auf der Terrasse oder dem Balkon genießen? Wunderbar! Im zweiten Video zeige ich Dir, wie ich meine Töpfe vorbereite. Dahlien in Töpfen zu ziehen hat den großen Vorteil, dass Du sie besser vor Schnecken schützen kannst und sie oft sogar ein bisschen früher blühen.
... und, wenn im Beet im Laufe der Saison doch mal irgendwo eine Lücke entsteht, kann man diese schnell auch mal mit einem Dahlientopf füllen.
Die Wahl des Gefäßes
Soll Deine Dahlie den ganzen Sommer im Topf bleiben, muss dieser groß genug sein, damit sie sich entfalten kann. Bei mir haben sich Terrakotta- & Zinktöpfe bewährt gemacht.
Wichtig bei Zink: Da diese Töpfe meist keine Löcher haben, musst Du selbst Hand anlegen. Im Video siehst Du, wie ich Abflusslöcher in den Boden bohre. Ohne diese Löcher würde sich Regen- oder Gießwasser stauen und Deine Knolle würde schlichtweg ertrinken.
Die Faustformel: Der Durchmesser des Topfes sollte ungefähr halb so groß sein wie die Dahlie später hoch wird. Bei einer Sorte, die 60 cm hoch wird, nimmst Du also einen Topf mit 30 cm Durchmesser. Wer die Regel kennt, darf sie manchmal auch brechen. Sie sind bei mir auch schon mal in etwas kleineren Töpfen gelandet und sind auch dort wunderschön geworden. Achte aber unbedingt auch auf eine ausreichende Tiefe, damit die Dahlie sich gut entwickeln kann.
Mehrere Sorten pro Topf? – Lieber nicht... Am schönsten werden die Dahlien, wenn sie je einen Topf für sich haben. Dann konkurrieren sie nicht um Nährstoffe, Wurzelraum und Wasser. Tipp: Schau am besten nochmal nach wie hoch Deine Dahlie ausgewachsen wird.
Der Aufbau im Topf (Schicht für Schicht)
Die Drainage: Damit Deine Dahlie niemals nasse Füße bekommt, füllen wir unten eine gute Schicht Blähton, kleine Steine oder Tonscherben ein. Das ist das A und O für gesunde Wurzeln.
Die Erde: Darauf kommt hochwertige Blumenerde. Ich reichere sie gerne mit ein bisschen Perlit oder Sand an. Das hält die Erde locker und luftig.
Knolle setzen: Setze die Knolle mit den Trieben/Augen/altem Stiel nach oben zeigend ein und bedecke sie mit ein paar Zentimetern Erde. Lass oben einen Gießrand frei!
Vor- und Nachteile der Topfkultur
Der Wärme-Turbo: Töpfe haben den großen Vorteil, dass sich die Erde darin viel schneller aufwärmt als im freien Boden. Das kurbelt das Wachstum Deiner Dahlien ordentlich an!
Der Durst: Sei Dir bewusst, dass Töpfe durch die Sonnenwärme auch viel schneller austrocknen. Im Hochsommer musst Du hier öfter zur Gießkanne greifen als im Beet.
Winter-Bonus: Wenn die Saison vorbei ist, lassen sich Dahlien im Topf ganz leicht ausgraben, wenn Du Deine Knollen überwintern möchtest. Oder noch unkomplizierter: Du kannst sie auch direkt im Topf überwintern.
GESCHAFFT! – DIE DAHLIEN SIND IN DER ERDE
DER SOMMER KANN KOMMEN!
👀 Was Dich in der nächsten Lektion erwartet?
Geschafft! Deine Dahlien sind versorgt und im Boden. Doch was wäre eine Königin ohne ihren Hofstaat? Damit Du Dich im Sommer nicht nur über Dahlienblüten, sondern auch über traumhafte, üppige Beete freuen kannst, schauen wir uns in der nächsten Lektion die passenden Begleiter an. Ich zeige Dir, welche Blumen Du jetzt noch ganz unkompliziert aussäen kannst, die wunderbar mit Deinen Dahlien harmonieren. Und falls Du gerne für die Vase schneidest: welche luftigen Begleiter Deinen Dahliensträußen diesen ganz besonderen Zauber verleihen.
Bis nächste Woche!
Falls Du noch Fragen hast – Schreib mir gerne kurz eine Nachricht an blumenglueck@mycottagegarden.de